erstellt von: einstecktu, am 19.08.2011 14:59 , Clicks: 9850

Smoking nicht ganz so klassisch

Es gibt sie noch, die festlichen Anlässe. Und während ein streng traditioneller Dresscode nur noch selten offiziell verlangt wird, macht klassische Garderobe dort immer eine gute Figur. Wenn man einmal damit angefangen hat, auf einen Ball, Empfang oder in eine Opernpremiere zu gehen und sich dafür in Schale zu werfen, hört man so schnell nicht mehr damit auf. Denn das Herausgeputze erhöht auch den eigenen Genuss und den Sinn für die Festlichkeit des Anlasses.

 

Während der Mann von heute nur noch selten die Gelegenheit hat, einen Frack oder Cutaway zu tragen, - es sei denn, er ist beruflich darin unterwegs – so kann man einen Smoking doch noch überraschend häufig ausführen. Sicher, oft fällt man da zwischen diversen Anzugträgern ein wenig auf, aber nicht unbedingt negativ. Denn der klassische Smoking hat eine Eleganz, die kaum noch zu steigern ist.

 

Traditionalisten kommentieren gerne und häufig, dass der Smoking in seiner Form, wie er sich in den 60'er Jahren eingependelt hat, perfekt ist und jede noch so kleine Änderung seine Wirkung zunichte macht. Nun, das stimmt so nur eingeschränkt.Aber wenn man sich ansieht, was in den späten 70'ern teilweise unter dem Stichwort Abendgarderobe vermarktet wurde, kann man diese übertriebene Einstellung fast verstehen.

 

Doch wie drückte es dereinst der Komponist Gustav Mahler aus: „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.“ Manches, was uns heute als klassische Abendgarderobe gilt, war noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar. Selbst der traditionelle Kummerbund galt bei seinem Aufkommen noch als extrem informell und eines Gentleman unwürdig. Das einzige Kleidungsstück, das angetan war, die Hüfte zu verdecken, war die tief ausgeschnittene schwarze Weste. Und der Umlegekragen zum Smoking, den Puristen heute so vehement gegen den Kläppchenkragen verteidigen, wurde nicht vor 1930 zum Standard. Außerdem war es Bequemlichkeit, nicht Optik, die zu dieser Neuerung führte.

 

Und doch: nicht alles, was unter dem Namen „Smoking“ angeboten wird, kann an klassischer Eleganz mit seinem alten Vorbild mithalten. Nichts spricht dagegen, dass heutige Smokings oft körpernäher geschnitten sind als die alten Modelle. Auch das Revers ist meist etwas breiter. Vorsicht ist angesagt, wenn glänzende Gewebe oder Farben ins Spiel kommen. Der Smoking wirkt durch den Kontrast von schwarz und weiß. Sieht man in alten Fernsehserien Smokingträger mit ecrufarbenem Hemd und rotem Einstecktuch, die Brust mit Rüschen geschmückt, merkt man, bei allem Verständnis für Modetrends der wilden 70'er Jahre, dass die Wirkung eine recht verwaschene ist.

 

Und doch: wie so oft, gilt auch hier: wer die Regeln kennt, kann sie ein wenig zurechtbiegen. Gerade unter jüngeren Trägern setzt sich eine Variante durch, die ausgesprochen elegant wirken kann: sie nehmen den Dresscode „Black Tie“ einfach wörtlich. Eine schmale schwarze Krawatte zum Smoking ist keineswegs klassisch. Aber nicht weniger elegant als die traditionelle schwarze Fliege. Hier empfiehlt sich allerdings, dann doch wieder auf eine Weste anstatt des Kummerbunds umzusteigen. Außerdem ist hier ein leicht glänzendes Einstecktuch aus Seide seinen leinernen Kollegen überlegen, das Sie, statt der in der Abendgarderobe sonst üblichen Rechteckfaltung, ausnahmsweise auch mal einfach in lockerer Bauschfaltung tragen können.


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